LICHT

Interaktive Konzertperformance im Spannungsfeld digitaler Transformation

Ein Stück für Sopran, Klavier, elektronische Musik, Licht und Publikum

Die Konzertperformance LICHT entführt das Publikum auf eine multisensuale Erlebnisreise: Die Zuschauer:innen treten als Akteure in einem immersiven Setting an, bei dem Licht und Sound die Regie übernehmen und für jede Person eigene Erfahrungsräume kreieren. Das Projekt behandelt die Frage nach Entgrenzung und Abgrenzung des Individuums im Spiegel moderner digitaler Technologien. 
Die Produktion ist Auftakt der Tetralogie NACHT.STÜCKE und wird am 12. August 2021 in der Fabrikhalle des ZiMMT in Leipzig uraufgeführt.


In einer Welt, in der jeder unserer Lebensbereiche von digitalen Medien durchdrungen ist, werden neue Fragen zur Erfahrbarkeit des eigenen Wirkungsraums aufgeworfen. Selbstwahrnehmung und Reflexion, Freiheit und Verantwortung gewinnen neue Dimensionen.


Das Ich im LICHT – eine Frage der Perspektive

Das Stück beginnt um 23 Uhr, zur Nachtzeit. Das Publikum findet beim Betreten des dunklen Raumes ein Lichtraster vor und jede Person bekommt einen Platz in einem der Felder zugewiesen. Mit diesem Raster hat es eine besondere Bewandtnis: Die einzelnen Kästchen werden über eine Tracking-Technik gesteuert. Alle Personen werden separat erfasst, sodass die Lichtfelder deren Bewegungen im Saal verfolgen können. Der einmal aufgesuchte Lichtraum wird die Person während der Aufführung immer begleiten – je nach Empfinden: wie ein persönlicher Schutzraum oder als Medium der Observation. Das Publikum erlebt ein Wechselspiel zwischen der selbstbestimmten Erfahrung innerer Räume und dem Gefühl des Ausgeliefertseins.

Die Vorstellung beginnt als freundliche Einladung zu einem Hörerlebnis mit zwei Performerinnen (Sängerin und Pianistin), die das Publikum mit Songs von George Crumb und Henry Purcell auf eine musikalische Reise nehmen. In Reaktion auf die computergesteuerten musikalischen Interventionen der Komponistin Marion Wörle gerät das Raster in Schwingung. Das Licht übernimmt die Regie und weist dem Publikum unterschiedliche Orte zu. Die Akteure wandern durch Hell und Dunkel, denn die Bewegungen verändern das Raster und damit die Raumstruktur. So werden aus Teilnehmer:innen Protagonisten und gleichsam Gestaltungselemente der Performance – Figuren, die in ihrem eigenen Erfahrungsraum unterwegs sind.


Das Ich im digitalen Zeitalter – Entgrenzung versus Abgrenzung

Im Gegensatz zu Simulationen via Virtual Reality ist der Mensch in LICHT real unterwegs, durchmisst eigenen, fremden und gemeinsamen Raum und erlebt die Veränderung im Zustand nicht illusorisch, sondern am eigenen Leib. Es geht um Verführung, Täuschung und Verkehrung: Die Zuhörer:innen bewegen sich im Spannungsfeld zwischen den spielerischen Möglichkeiten modernster Tracking-Technologie und der zunehmenden Vereinnahmung durch Algorithmisierung. Entgrenzung und Abgrenzung persönlicher Räume werden so sensorisch erfahrbar.
Das Zusammenspiel aus „klassischem“ Liedgesang und der elektronischen Komposition der Computermusikerin Marion Wörle trägt durch die gesamte Vorstellung. Das intensive Eintauchen in die Musik gewährt ein Innehalten, ermöglicht die Konzentration und den Rückzug ins eigene Innere.

In der Konzertperformance LICHT werden die Besucher:innen mit zentralen Themen unserer Zeit konfrontiert und erhalten die Möglichkeit zur spielerischen Auseinandersetzung: Aktivität und Passivität, Orientierung und Balance – die großen Fragen nach dem Ich im Jetzt, im Innen und Außen.
Die ungewöhnliche Verbindung von bekanntem musikalischem Repertoire mit der zeitgenössischen Sprache einer computerbasierten Komposition schafft die Verbindung zwischen Vertrautem und Experimentellem. Sich einlassen, eintauchen, gleiten im Ungewissen – das ist Immersion.


UMSETZUNG
Die Werkbühne Leipzig kooperiert für diese Produktion mit der Computermusikerin Marion Wörle, dem Licht- und Medienkünstler Gen.Pi sowie erstmalig mit dem ZiMMT e.V. – dem Zentrum für immersive Medienkunst, Musik und Technologie. Diese junge Leipziger Gruppe aus Medienkünstler:innen bietet damit das passgenaue audiotechnische Knowhow für die Umsetzung. Der Veranstaltungsort in der ehemaligen Fabrikhalle im Leipziger Osten ist mit einem zukunftsweisenden 3D-Soundsystem ausgestattet.
MITWIRKENDE
Künstlerische Leitung: Ilka Seifert, Anja-Christin Winkler
Gesang: Clara Barbier Serrano
Klavier: Mediha Khan
Komposition: Marion Wörle
Technik: Gen.Pi (Felix Richter)
Soundtechnische Betreuung: Paul Hauptmeier (ZiMMT e.V.)

Mehr zu den Protagonist:innen

TERMINE
Donnerstag, 12.08.2021, 23 Uhr - Premiere
Freitag, 13.08.2021, 23 Uhr
Samstag, 14.08.2021, 20 Uhr und 23 Uhr
EINTRITT
Solidarisches Preissystem: 20 €, 15 €, 10 €
Wählen Sie eine der drei Preiskategorien - je nachdem, was Sie für angemessen halten. Ermäßigungsberechtigungen sind nicht notwendig.
Um vorherige Anmeldung wird gebeten.

VERANSTALTUNGSORT
ZiMMT - Zentrum für immersive Medienkunst, Musik und Technologie
Torgauer Straße 80, 04318 Leipzig

FÖRDERUNGEN
Das Projekt wird gefördert durch das Kulturamt der Stadt Leipzig, die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen sowie Musikfonds und NEUSTART KULTUR – beides Programme der Bundesregierung für den Kultur- und Medienbereich (BKM).