SCHNEEBLUMEN-GEDENKWEG 25

AN DER VERWEILSTATION IM LÖSSNIGER PARK
Auch in diesem Jahr werden wir in Kooperation mit der Leipziger Notenspur und dem Kulturamt der Stadt Markkleeberg am 13. April 2025 einen Schneeblumen-Gedenkweg gestalten. Es geht um die Erinnerung an einen Marsch durch Leipzig, auf den 1945 unter dem Vorwand der Evakuierung, hunderte Zwangsarbeiterinnen geschickt wurden. Es ist ein Weg in die Nacht hinein, wie ihn damals die Frauen frierend, hungernd und ohne geeignete Ausrüstung gehen mussten. Der Weg beginnt auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers in Markkleeberg und führt in Richtung Osten. An der Wegstrecke soll an einer Verweilstation im Landschaftspark Lößnig-Dölitz durch eine kleine Veranstaltung an die Strapazen, die die Frauen auf ihrem Weg ins Ungewisse erdulden mussten, erinnert werden.
Das Gedenken an der Verweilstation wir etwa 20-30 Minuten dauern und ist eine eigenständige Veranstaltung innerhalb des Schneeblumen-Gedenkweges.
Wir sind noch auf der Suche nach Menschen, die uns unterstützen: als Musiker:innen, als Lesende der Namen der Frauen, als Helfer:innen. Wenn Sie sich das vorstellen können, finden Sie hier Informationen und die Online-Anmeldung.
Woran wir erinnern
Im eisigen Regen wurden die Frauen des KZ-Buchenwald Außenlagers Markkleeberg in der Nacht des 13. April 1945 durch die verdunkelten Straßen der Randbezirke Leipzigs getrieben: 1550 Zwangsarbeiterinnen – 1250 jüdische Ungarinnen und 250 Französinnen.
Ein Teil von ihnen überlebte den Deportationsmarsch im April 1945, der sie von Leipzig nach Theresienstadt führen sollte, nicht. Für die meisten von ihnen aber war es ein entbehrungsreicher Weg in ein neues Leben, den die Gefangenen in Holzschuhen und ohne ausreichende Kleidung und Nahrung laufen mussten. Eine Überlebende, Zahava Szasz Stessel – inzwischen 95jährig wohnt sie heute in New York – hat ihre Erinnerungen in dem berührenden Buch „Schneeblumen“, herausgegeben 2021 vom Notenspur-Verein im Verlag Hentrich & Hentrich, zusammengetragen. Ihre Gedanken begleiten uns durch die Nacht.
Gedenken an der Verweilstation im Lößniger Park (ca. 20.25 Uhr)
Der Schneeblumen-Gedenkweg beginnt am Standort des ehemaligen KZ-Buchenwald Außenlagers Markkleeberg. Die Frauen mussten am 13. April 1945 stundenlang auf dem Appellplatz ausharren, bis das Signal zum Abmarsch kam. Der Gedenkweg wird keine Demonstration im üblichen Sinne sein, sondern trägt eher den Charakter eines Pilgerweges: nachdenklich und besinnlich, friedlich und vertiefend. Am Wegrand werden an verschiedenen Punkten die Namen aller Frauen verlesen.
In der Mitte des Gedenkweges befindet sich im freien Gelände ein Ort, an dem die Teilnehmenden des Gedenkweges eine Rast einlegen und an dem sich auch andere Menschen einfinden können. Die Schauspielerin Bettina Schmidt liest Textauszüge aus dem Buch „Schneeblumen“, aus denen die Besucher:innen Näheres über die Umstände dieses Weges erfahren.
Als letztes jüdisches Fest vor dem Räumungsmarsch haben die Frauen im Lager das Pessachfest gefeiert, eine drei Jahrtausende alte Feier des nächtlichen Auszugs aus der Sklaverei. Auch wenn es unter den unsäglichen Zuständen in dem Lager ein sehr armseliges Fest war, zogen die Frauen und Mädchen daraus doch enorme Kraft, um irgendwie durchzuhalten. In der Lesung soll auch an das Pessachfest im Lager erinnert werden.
Musikalisch umrahmt wird die Lesung von einem kleinen Musikensemble La Forlana. Zahava Szasz Stessel erinnert sich, dass sie nach der harten Arbeit in den Rüstungsbetrieben im Lager gesungen, gedichtet, komponiert und die Lieder der jüdischen Feiertage angestimmt haben, um Kraft zur Bewältigung der schlimmen Erfahrungen zu gewinnen. Wir haben uns entschlossen, ausschließlich diese Musik gemeinsam mit der Musik der französischen Gefangenen beim Schneeblumen-Gedenken erklingen zu lassen, von der wir durch das Buch wissen, dass sie den Frauen damals etwas bedeutet hat.







Rückblick Schneeblumen-Gedenkweg
Der Schneeblumen-Gedenkweg hat inzwischen schon eine Tradition: den ersten veranstalteten wir 2015, in den Jahren 2020 und 2021 konnte der Gedenkweg pandemiebedingt nicht durchführt werden, aber 2022 und auch 2024 fand er wieder statt. Im letzten Jahr folgten etwa 100 Menschen unserer Einladung.
Förderungen
Wir sind dankbar, dass wir in diesem Jahr die Veranstaltung durch die Förderung über das Stadtbezirksbudget der Stadt Leipzig verwirklichen konnten. In den Vorjahren wurden wir durch die Kleinprojekte-Förderung der Stadt Leipzig gefördert.

