SCHNEEBLUMEN GEDENKWEG 2021

Choronabedingt mussten wir den für den 13. April 2020 geplanten Schneeblumen-Gedenkweg auf 2021 verschieben. Aber wenigstens konnten wir 2020 ein kleines Video erstellen, das an dem Tag  auf #dasistleipzig.de gesendet wurde und an dem Abend von 200 Personen geschaut wurde.

Mit einer kleinen Lesung aus dem bewegenden Buch „Snowflowers“ von Zahava Szasz Stessel wollten wir an den Beginn des Todesmarsches von 1500 Frauen, Jüdinnen aus Ungarn und politische Gefangene aus Frankreich, vor 75 Jahren erinnern. Im KZ Buchenwald Außenlager Markkleeberg, das sich am Equipagenweg/ Wolfswinkel befand, mussten die Frauen unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten. Bis heute wissen nur wenige Leipziger:innen, dass es auf diesem Areal ein Konzentrationslager gab, obwohl viele daran vorbeifahren, wenn sie zum Cospudener See radeln. Eigentlich sollte am Ostermontag, den 13. April 2020, der Schneeblumen-Gedenkweg mit vielen Mitwirkenden stattfinden, den wir aufgrund der derzeitigen Situation um ein Jahr auf den 13. April 2021 verschieben mussten. In Vorbereitung unserer Gedenkveranstaltung standen wir mit Zahava Szasz Stessel in Kontakt, die heute in New York lebt. Als 14jähriges Mädchen war sie zusammen mit ihrer ein Jahr jüngeren Schwester hier inhaftiert. Wir fragten Zahava, wie sie heute die Gefahr des zunehmenden Antisemitismus in Deutschland einschätzt. Sie antwortete (Email vom 27.3.2020): „Anti-Semitic happenings in Europe and Germany. My heart is beating with worry and concern. As I look at my innocent little babies, my grandchildren, I pray that my cruel fate shouldn’t happen to them. They should never know a place like Auschwitz, where I lost my beloved parents and cherished grandparents. Including my sweet little grandmother who was teaching me to speak German, as the Germans were educated intelligent people. She didn’t know that those enlightened people will be holding the door for her to the crematorium in Auschwitz. Losing my parents, grandparents and all our possessions shouldn’t happen to my children.“

Lesung: Corinna Waldbauer

Musik: Caroline und Gregor Reinhold

Video: Anja-Christin Winkler