PFINGSTAUSFLUG INS FREIE

Klang- und Tanzperformance am Pfingstsonntag, den 9. Juni 2019 in Klosterbuch bei Leisnig

Künstlerische Konzeption: Marthe Howitz, Max Howitz
Projektleitung: Anja-Christin Winkler

Mitwirkende:
Künstlerische Konzeption - Marthe Howitz, Max Howitz
Projektleitung - Anja-Christin Winkler
Produktion - Sophie Renz, Flügelschlag Werkbühne e.V.
Musikalische Recherche - Thomas Hertel
Performance - Julia Dyga, Johanna Faller, Franziska Gerth, Milena Gürtler,
Marthe Howitz, Max Howitz, Josefine Schlät


Zu einer sehr außergewöhnlichen Zeit -> 4.54 Uhr zum Sonnenaufgang ludt eine Gruppe junger Performer*innen an einen sehr außergewöhnlichen Ort ein.
Am Nachmittag 15 Uhr konnte die Performance dann noch einmal zu erlebt werden.

Ein Ort hat es uns angetan. Ein Kloster zwischen Leipzig und Dresden. Genauer: die angrenzende Klosterwiese, die von der Mulde umflossen wird. Wir - eine Gruppe Künstler*innen/Musiker*innen/Tänzer*innen - trafen uns dort im Sommer  2018 und begannen mit unseren Recherchen: Klänge im Freien, Bewegung und Tanz auf der Wiese, Vogelrufe über den Fluss, Gesang, Echo-Experimente. Der Ort nahm uns auf. Im Oktober dann kamen wir für einige Tage wieder. Dieser Ort ist etwas Besonderes. Sowas wie ein Energieort - Klöster sollen ja häufig an energetischen Punkten errichtet worden sein. Wir setzten unsere Recherchen fort: wir lauschten, nahmen wahr. Wir ließen uns ein. Und sangen anders und tanzten anders, als zuvor. Wir entschieden uns, Pfingsten wiederzukommen und andere Menschen zu unserer Performance einzuladen, wenn wir dem Ort zum dritten Mal begegnen würden.

Das verschlafene, behutsam sanierte Zisterzienserkloster aus dem 12. Jahrhundert liegt mitten in einer hügligen Flusslandschaft. Viele Gebäude sind erhalten. Merkwürdigerweise wirkt hier nichts wie ein Museum. Kommt man nach Klosterbuch, erweckt es eher den Eindruck, man hätte den Auszug der Mönche knapp verpasst. Die Zeit atmet hier anders. Über einen beeindruckenden Klosterhof gelangt man, vorbei an der Klosterkirche, der Klausur, vorbei an drei den Hof beherrschenden Linden zur alten Schmiede, an deren Seite ein schmaler Gang zu einem winzigen Türchen in der hinteren Klostermauer führt. Durch dieses Türchen tritt man hinaus in einen über und über blühenden Klostergarten mit tausenderlei Heilpflanzen, Beeren und Obstbäumchen. Umringt und geschützt wird der Garten durch eine übermannshohe Hecke. Tritt man nun aus dem Garten heraus, öffnet sich ins Freie eine Uferwiese, gesäumt vom ruhigen Fluss, der die Wiese sanft umfließt. Und hinter dem Fluß: Fels und Wald und Wiese und Weite.

Klöster waren immer Orte, von denen Kultur und Bildung in die Region ausging. Die Zisterzienser besaßen großes Geschick in allen Bereichen der Landwirtschaft: Bodenkultivierung, Viehhaltung, Weinanbau und Bierbrauerei, ein Wissen, das sie an die Menschen in der Region weitergaben. Kultur und Natur, wie hängen sie zusammen? Natur erwacht zu neuem Leben - Frühling. Heute sind wir mehr als unsicher, ob in 10 Jahren die Region und das Naturgleichgewicht überhaupt noch zu retten sein wird. Es ist Pfingsten - die Sehnsucht, jemand möge Geist über die Menschheit ausgießen...

Wir lassen uns ein: Im Rücken das Kloster und gegenüber, am anderen Flussufer, die Natur: Auf diesem Niemandsland-Streifen Klosterwiese tasten sich Künstler*innen vokal, gestisch, tänzerisch und klanglich in neues Terrain: hinaus, ins Freie!
Eine Produktion von Flügelschlag Werkbühne e. V. in Kooperation mit dem Förderverein Kloster Buch e. V.
Mit Unterstützung der Stadt Leisnig, des Geopark Porphyrland und des Unger Outdoor Teams Klosterbuch

Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes