Flügelschlag Werkbühne

2009 gründeten Anja-Christin Winkler, Musiktheaterregisseurin, und Sophie Renz, Kulturmanagerin, den Verein „Flügelschlag Werkbühne e.V." (früher FlügelschlagVariationen e.V.). Sie konzipieren, produzieren und inszenieren genreübergreifende Musik- oder Musiktheaterveranstaltungen in größerem Maßstab. Wichtig ist ihnen der Gedanke der Vernetzung mit verschiedenen Institutionen und Vereinen. Den bisherigen Schwerpunkt bildete die Beschäftigung mit Neuer Musik sowie älteren Komponist_innen des 17., 18. und 19. Jahrhunderts, doch nicht im musealen Sinn, sondern immer aus der heutigen Perspektive mit Mitteln der zeitgenössischen Künste. 2009 konzipierten und organisierten sie die Realisierung eines komplexen Musik-Tanz-Theaterstücks mit dem Titel „FlügelschlagVariationen“ (heute: „Robert S.“) über Robert Schumann, an dem fünf namhafte zeitgenössische Komponisten beteiligt waren. Das Stück erhielt eine Förderung der Ernst von Siemens Musikstiftung, sowie der Sächsischen Kulturstiftung und wurde im Oktober 2011 an der Oper Bonn uraufgeführt.

Das zweite Projekt des Vereins war „Blütenmond – Leipziger Schumanntag 2010“ in Kooperation mit der Leipziger Notenspur-Initiative und dem Schumannverein Leipzig.

Nach der erfolgreichen Premiere wurde der Schumann-Tag 2011, anlässlich des Hochzeitstages von Robert und Clara Schumann, am 18. September erneut von FlügelschlagVariationen e. V. in Zusammenarbeit mit der Notenspur-Initiative, dem ADFC, dem Schumann-Verein, dem CLARA-Netzwerk des MDR und der Stadtgut Mölkau GmbH veranstaltet.

Ab 2012 realisierten sie das ESF-geförderte Zweijahres-Projekt „geo-sounds“, in dem 50 Schüler aus Sachsen und dem polnischen Niederschlesien zusammen mit den 5 Komponisten Carsten Hennig, Knut Müller, Steffen Reinhold, Piotr Peszat und Dominik Lewicki im ersten Projektjahr eine Ein-Jahres-Komposition zu 50 Mio. Erdgeschichte und Braunkohleentstehung in ihrer Region erarbeiteten, uraufführten, aufnahmen und für das Internet und Außenstehende auf www.geo-sounds.de zugänglich machten. Im zweiten Projektjahr von „geo-sounds“ beschäftigten sich die Schüler in ihren Kompositionsgruppen speziell mit der Zeit des Braunkohleabbaus, der Renaturierung, der alternativen Energiegewinnung und Zukunft ihrer Regionen. Am 22. Mai 2014 wurde „geo-sounds future“ in Dresden und Krakau zur Uraufführung gebracht.

2015 realisierten sie den „Schneeblumen-Gedenkweg“ - eine Gedenk-Musik-Audiowalk-Performance.

2016 verbanden sie erfolgreich Kunst und Natur in dem Kulturfestival „foodtour&art“ im Leipziger Land, in Röcknitz.

Zum Kirchentag auf dem Weg 2017, anlässlich des 500. Reformationsjubiläums, inszenierte Anja-Christin Winkler das Musiktheater „Alesius - Eine Spurensuche“, das im Mai 2017 in der Moritzbastei Leipzig zur Uraufführung kam. Die Komposition dazu kam von Agnes Ponizil.

2019 bringt der Verein erneut Neues Musiktheater in den ländlichen Raum und begann im Mai die Arbeit an dem von dem Bundesprogramm LandKultur des Landwirtschaftsministeriums geförderten Projektes „Imeneo - Eine Oper auf dem Land“ von Georg-Friedrich Händel.

Darüber hinaus realisieren wir das spartenübergreifende Kompositionsprojekt „Clara im Rückspiegel“ mit Aufführungen in Leipzig und Bonn zum Clara-Schumann-Jubiläum 2019. Die Produktion wurde vom Kulturdezernat der Stadt Leipzig für eine Komplexförderung CLARA19 ausgewählt. Des Weiteren wurde die Produktion vom Musikfonds, von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Kunststiftung NRW mit einer Förderung ausgezeichnet und wird von der Leipzigstiftung unterstützt.

Akteure des Vereins

Anja-Christin Winkler studierte Musiktheaterregie in Hamburg, arbeitete an verschiedenen Bühnen, z. B. Nationaltheater Mannheim. Sie ist Lehrbeauftragte an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig sowie an der Theaterwissenschaft der Universität Leipzig. Als freie Regisseurin verwirklichte sie zahlreiche interdisziplinäre zeitgenössische Musiktheaterprojekte, u. a. an der Oper Leipzig und der Oper Bonn. Seit 2017 ist sie Mitglied im Leipziger Kulturrat.

Sophie Renz ist Diplom-Kulturmanagerin und Diplom-Museologin (FH). Sie war bis 2010 tätig als Assistentin in der Besucherforschung im Jüdischen Museum Berlin und in den Bereichen Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Organisation beim FilmFestival Cottbus – Festival des osteuropäischen Films. Seit 2008 arbeitet sie als freischaffende Kulturmanagerin für mehrere Vereine und Künstler_innen der darstellenden Kunst und Musik in Leipzig (u. a. Flügelschlag Werkbühne und Figurenspiel Steffi Lampe). Seit 2015 ist sie Geschäftsführerin der Cammerspiele Leipzig. Im WS 2017/2018 hatte sie am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig einen Lehrauftrag zum Thema „Projektkonzeption und Fördermittelakquise“. Sie ist kulturpolitisch engagiert in der Initiative Leipzig + Kultur, im Vorstand des Landesbüros Darstellende Künste Sachsen (LDKS) und Landesverbandes Amateurtheater Sachsen (LATS).

Wir sind Unterzeichner der Sächsischen Erklärung der VIELEN.